Lichtverschmutzung messen: die Bortle-Skala im Gelände nutzen
- Rubrik
- Sternenreisen
- Veröffentlicht am
- 30. Mai 2026
- Lesezeit
- 5 Min.
Wie dunkel ein Platz wirklich ist, lässt sich mit dem eigenen Auge erstaunlich gut einordnen. Die Bortle-Skala beschreibt neun Stufen, von einem Himmel ohne jede künstliche Aufhellung bis zum Zentrum einer Großstadt, und sie arbeitet mit Beobachtungen statt mit Messgeräten.
Die Bortle-Skala fragt nach dem, was Sie noch sehen
Jede Stufe ist über sichtbare Merkmale beschrieben: ob die Milchstraße Struktur zeigt, ob sie überhaupt erkennbar ist, ob schwache Sternbilder vollständig erscheinen. Wer diese Merkmale kennt, kann einen fremden Platz innerhalb einer halben Stunde einschätzen.
- Milchstraße mit deutlicher Struktur: sehr dunkler Standort
- Milchstraße als blasses Band: guter Landhimmel
- Milchstraße nicht sichtbar: Stadtrand oder heller
- Nur die hellsten Sterne sichtbar: Innenstadt
Zwei einfache Prüfungen ohne Technik
Zählen Sie die Sterne innerhalb eines bekannten Sternbildes und vergleichen Sie die Zahl über mehrere Standorte hinweg. Prüfen Sie außerdem, ob Sie Ihren eigenen Schatten im Sternenlicht erkennen, wenn kein Mond scheint. Beide Prüfungen kosten nichts und liefern über Jahre vergleichbare Werte.
Ein Platz, den Sie selbst eingeschätzt haben, sagt Ihnen mehr als jede Karte im Netz.
Die Dunkelanpassung gehört zur Messung
Beurteilen Sie einen Standort niemals in den ersten Minuten nach der Ankunft. Das Auge braucht rund zwanzig bis dreißig Minuten, um seine Empfindlichkeit weitgehend zu erreichen, und ein einziger Blick auf ein weißes Display setzt diesen Vorgang teilweise zurück.
Notieren Sie Ihre Einschätzung zusammen mit Datum, Uhrzeit, Mondphase und Wetterlage. Nach einem Jahr haben Sie eine eigene Liste von Plätzen mit belastbaren Einordnungen, sortiert nach Fahrzeit. Diese Liste ist bei der Planung wertvoller als jede allgemeine Empfehlung, denn sie kennt Ihre Wege und Ihre Ansprüche.