Stacking für Einsteiger: aus vielen Aufnahmen ein sauberes Bild

Rubrik
Astrofotografie
Veröffentlicht am
14. März 2026
Lesezeit
5 Min.
Stacking für Einsteiger: aus vielen Aufnahmen ein sauberes Bild
Stacking für Einsteiger erklärt, warum dreißig kurze Aufnahmen rauschärmer sind als eine lange: das Signal addiert sich, das Rauschen nicht.

Die erste Astroaufnahme sieht selten so aus wie das, was man im Kopf hatte. Sie ist körnig, flau und voller bunter Punkte. Der übliche Weg heraus heißt Stacking: viele Einzelaufnahmen werden deckungsgleich übereinandergelegt und verrechnet.

Stacking verbessert das Verhältnis von Signal zu Rauschen

Das Licht der Sterne liegt in jeder Aufnahme an derselben Stelle, das Rauschen des Sensors ist zufällig verteilt. Beim Mitteln vieler Bilder verstärkt sich das Beständige, während sich das Zufällige ausgleicht. Als grobe Faustregel halbiert eine Vervierfachung der Bildanzahl das sichtbare Rauschen.

Vier Sorten von Aufnahmen gehören dazu

Neben den eigentlichen Bildern nehmen sorgfältige Serien noch Kalibrierbilder auf, die Fehler des Sensors und der Optik beschreiben.

  • Lichtbilder: die eigentlichen Aufnahmen des Motivs
  • Dunkelbilder: gleiche Zeit und Empfindlichkeit, Objektiv verschlossen
  • Weißbilder: gleichmäßige Fläche, korrigiert Vignettierung und Staub
  • Nullbilder: kürzestmögliche Belichtung, beschreibt das Ausleserauschen

Eine Nacht mit dreißig ordentlichen Aufnahmen schlägt drei Nächte mit je fünf hastigen.

Software nimmt Ihnen die Rechnerei ab

Kostenlose Programme finden die Sterne, richten die Bilder aneinander aus und verrechnen den Stapel weitgehend selbsttätig. Ihre Aufgabe ist es, saubere Rohdaten zu liefern: gleiche Einstellungen, scharfer Fokus, keine Aufnahmen mit vorbeiziehenden Wolken.

Sortieren Sie vor dem Rechnen konsequent aus. Ein einziges verwackeltes oder von Autoscheinwerfern belichtetes Bild kann den ganzen Stapel verschlechtern. Die meisten Programme zeigen eine Bewertung pro Aufnahme an, und wer die schwächsten zehn Prozent entfernt, gewinnt fast immer mehr, als er durch die geringere Anzahl verliert.

Bewahren Sie Ihre Rohdaten auf, auch wenn das erste Ergebnis enttäuscht. Die Programme werden besser, und Ihre eigene Routine ebenfalls. Viele der schönsten Bilder entstehen aus Serien, die zwei Jahre lang unbeachtet auf einer Festplatte lagen und erst beim zweiten Anlauf richtig verrechnet wurden.

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